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Sina - Die Post geht ab

Ich muss ziemlich früh zur Pension fahren, um unseren Husky Eros abzuholen, er hat eine Pflegestelle in Belgien und wird am Montag nach Amsterdam fliegen. Da ich sehr viel zu tun habe, möchte ich das schon mal organisiert haben. Eros wird zwei Nächte bei Sevim bleiben. Anschließend hole ich Agnes und Petra ab, denn wir wollen ins Tierheim. Christine ist heute alleine da – kein einziger Helfer ist da, nicht einmal Fergus. 

 

Ich muss sehr viel erledigen und frage mich, ob ich das alles noch an diesem Samstag hinkriege. Robert ist auf einer Tour und ich muss abends noch in die Berge fahren, denn unsere Hunde müssen versorgt werden. Ach je – Christine hat uns alle zum Essen eingeladen, um 19.00 Uhr sollen wir gewaschen und gebürstet bei ihr sein. Wie soll ich das alles schaffen? Am Abend weiß ich aber, dass man an einem Tag viel mehr schaffen kann, als man denkt.

 

Im Tierheim beschäftigt sich jeder mit seinen eigenen Dingen. Ich sortiere mit Feridun Boxen aus, Petra fotografiert, Agnes und Christine gehen mit den Hunden aus dem Welpenhaus spazieren. Feridun erzählt mir von irgendwelchen Welpen, aber ich will es gar nicht hören. „Ja, ja“, sage ich zu ihm – „mal sehen! Was? Wie viele? Wo? Nein, nein, wir können sie nicht nehmen!“ Während ich meine „to do“-Liste abarbeite, überlege ich krampfhaft, wo wir NEUN Welpen unterbringen sollen. Ich bin in einem Konflikt, mein Herz versucht mein Gehirn auszutricksen, und nach einem langen Hin und Her gibt mein Verstand nach. Um ca. 12.00 Uhr ist der Kampf zu Ende, Christine, Petra und Agnes haben das alles nicht mitbekommen. Zwischenzeitlich habe ich Feridun gebeten, unser Kindergehege fertig zu machen. Welpenfutter haben wir da, so ein Zufall, Petra und Agnes haben uns auch einen 10 Kilo Sack Futter mitgebracht.

 

Ich habe dann die Damen und auch Feridun zu einem Abenteuer á la Sina eingeladen. Feridun weiß, wohin der Ausflug geht, die Damen sind ahnungslos. Wobei Christine eine Vermutung hat, denn ich habe eine große Box mitgenommen. Petra ist romantisch und denkt, wir schauen uns ein Grundstück an, wo unser Tierheim mal sein wird. Ach je, schön wäre das, aber leider fahren wir zur Göcek-Mülldeponie. Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint und es ist warm.

 

Die Leute von der Mülldeponie scheinen uns erwartet zu haben, über unseren Besuch war keiner überrascht und wir waren dann auch gleich beim Thema. Die Tür von einem Depot wird geöffnet und da purzeln uns auch schon die neun Zwerge entgegen. Die Mutter ist mindestens einen Meter lang und 40 cm hoch – komische Kombination. Die Welpen sind alle so unterschiedlich, wer weiß, wie viele Rüden da mitgemischt haben. Petra hat sich gleich ans Fotografieren gemacht und ich habe meine Verhandlungen mit den Müll-Leuten angefangen.

Nach einigem Hin und Her hat mit mir der Mülloberchef mitgeteilt, dass da noch eine schwangere Hündin ist, und auf einen Berg Plastikmüll gezeigt. Sie ist die Schwester von der Mutter mit den 9 Welpen, glauben kann ich das hundertprozentig, sie ist 1,50 Meter lang (Scherz) und 40 cm hoch. Die können nur verwandt sein, so lange Hunde findet man nicht überall. Sie ist sehr ängstlich und wir haben große Mühe, sie vom Plastikberg herunter zu holen. Sie sei für ca. 3 Wochen verschwunden gewesen und erst gestern total verängstigt wieder zurück gekommen.

 

Ich untersuche die Raupe mal, um zu sehen, ob sie schwanger ist, und um Gottes Willen, was sehe ich da!!! Sie hat ein Loch im Bauch und das sieht nicht gut aus. ALARM – ALARM, ich habe die Vermutung, dass sie angeschossen wurde, schwanger ist sie nicht. Jetzt muss ich alles umorganisieren, ich habe nur eine Box dabei, aber ich möchte die verletzte Hündin nach Fethiye zum Tierarzt bringen. Alle kann ich jetzt nicht mitnehmen, also muss die Mutter mit den Welpen bis morgen warten, was kein Problem ist. Wir haben die Hündin in die große Box gepackt und fahren wieder zum Tierheim, alle Menschen werden ausgeladen, nur Agnes bleibt im Auto sitzen, denn die Ambulanz fährt nach Fethiye und Agnes wird gebraucht.

 

In Fethiye wartet man schon auf uns, denn ich habe gleich vor der Abfahrt bei Aynur angerufen und einen angeschossenen Hund gemeldet. Wir heben die Raupe auf den Untersuchungstisch und Aynur schaut sich das Ganze mal an. „Nix da angeschossen, der Hund wurde am Bauch gebissen“, meint sie. Aynur hat mir 4 Stellen gezeigt und das sei die Bisswunde – ja, und das Loch? Das Ganze kommt mir komisch vor, aber in dem Moment denkt man nicht weiter, auch Aynur nicht, man ist froh, das alles nicht so schlimm ist. Die Hündin soll heute noch sterilisiert werden und dabei will Aynur sich das nochmals richtig ansehen. Die Wunde sieht eigentlich nicht schlimm aus, ist auch nicht vereitert und die Hündin hat keine Schmerzen.

 

In der ganzen Hektik sehe ich noch nicht, was am Nebentisch am Tropf hängt. Die Hündin wird nach unten gebracht, und Aynur stupst mich an und zeigt auf das Häufchen Elend nebenan. Ach je, ach je, ach je, da hängt Dima am Tropf, sie kann sich vor Schmerzen fast nicht bewegen, möchte aber tapfer da stehen und wedelt mit dem Schwanz. Ich hätte sie nicht erkannt, so entsetzlich sieht sie aus. Da steigt mir wieder die Wut in den Kopf, wieso muss das sein, wieso verhalten sich Tiere manchmal wie Menschen? Sie wird es überleben – momentan hat sie aber auch Blut im Urin, was auf eine Verletzung der Blase zurückzuführen ist. Aynur ist aber trotz allem guter Dinge.

 

Mit Agnes will ich im Restaurant nebenan eine Suppe essen, wir haben beide Hunger, aber dazu kommt es nicht. ALARM – ALARM: Aynur bekommt einen Anruf aus dem KFZ-Industrie-Land in Fethiye. Cezmi, ihr Mann, ist nicht da, sie kann nicht raus, und ihr Bruder, der ein Auto hat, ist nicht auffindbar. Ein Hund wurde angefahren und liegt auf der Straße, der Idiot, der den Hund angefahren hat, denkt wohl wirklich, dass es eine Tierambulanz gibt, denn er fährt den Hund nicht in unsere Tierklinik, sondern wartet auf den Tierarzt. Na ja, zumindest hat er angerufen, um dem Hund, den er selbst angefahren hat, zu helfen. Natürlich bin ich mit dem Assistenten gleich losgefahren, um das verletzte Tier zu holen.

 

Bis wir die die richtige Straße gefunden haben, verging eine lange Zeit. Das KFZ-Land ist wie eine kleine Stadt mit Hunderten von kleinen, engen Straßen. Wer da durchkommt, der braucht den Führerschein nicht mehr zu machen, zumindest fahrtechnisch nicht. Nach langem Suchen haben wir den armen Hund gefunden, er kann nicht auf den Beinen stehen, oh je denke ich, hoffentlich hat er das Rückgrat nicht gebrochen.

 

Zwischenzeitlich wird Agnes, nachdem sie mit Dima ein bisschen spazieren war, in der Klinik-Küche gefüttert. In der Klinik wird jeden Tag gekocht, und wenn man Glück hat, bekommt man eine warme Suppe. Agnes weiß gar nicht, wohin ich verschwunden bin.

 

Der angefahrene Hund ist ein kleiner Rüde, Cezmi ist auch gerade eingetroffen und untersucht den Kleinen. Mit der Hand kann er schon vorab feststellen, dass er mindestens zwei Brüche (Bein) hat. Er soll heute noch operiert werden.

 

Für heute habe ich mal wieder genug, aber der Tag ist noch nicht zu Ende. Wir fahren zurück ins Tierheim und holen Petra ab, aber bevor sich die beiden Damen für Christine zurechtmachen dürfen, schauen wir nach Irma. Ja, mein Irmchen ist da, sie zeigt sich von ihrer scheuesten Seite und mag ganz und gar nicht fotografiert werden, sie protestiert bellend. Nachdem ich ihr eine doppelte Ration gegeben habe, können wir alle Feierabend machen!

 

Pünktlich um 19.00 Uhr startet die Dinner-Party, wir haben alle Hunger. Über was sprechen neun solche Frauen auf so einer Party, na klar - über Hund und Kunz und Katz und Maus! Um 22.00 Uhr fahre ich hoch in die Berge – meine Hunde und mein Bett warten auf mich.

 

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