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Sina - Die Flintstones

Den heutigen Tag habe ich für die Tiere gebucht. Ich habe keine Lust mehr zu packen und wir müssen einiges tun, denn wir haben diverse Meldungen über Streuner bekommen. Auch im Tierheim möchten wir nach dem Rechten sehen. Feridun hat gesehen, dass Jingle blutigen Stuhl hat, wir möchten sie nach Fethiye zum Tierarzt bringen. Und wer sind wir? Gülden und ich – auf Abenteuerreisen.

 

Aber zuerst muss ich eine wichtige Entscheidung treffen, aber ich brauche nicht lange nachzudenken, denn Diesel geht es gar nicht gut. Es kommt Blut aus seinen Augen und ich bin geschockt zu sehen, dass seine Augen sich mehr oder weniger auflösen. Natürlich habe ich Aynur gleich angerufen, erst habe ich sie zur Schnecke gemacht, denn Diesel hätte gestern eingeschläfert werden müssen. Ich konnte nicht sehen, was mit seinen Augen los ist, aber Aynur und Cezmi müssen das gesehen haben. Ich bin wirklich außer mir und werde Diesel mit nach Fethiye nehmen, damit er erlöst werden kann.

 

Ich lasse Diesel im warmen Bett liegen und muss erst einiges erledigen, bevor ich nach Fethiye fahre. Meine Ohren hängen bis zum Boden, null Motivation, am liebsten würde ich mich unter dem Bett verkriechen.

 

Um ca. 09.30 Uhr hole ich Gülden von zu Hause ab und wir fahren zu Irma. Gülden hat Irma schon lange nicht mehr gesehen und wir hoffen, dass sie da ist. Wir fahren zum Futterplatz, Irma ist nicht da, aber ich zeige Gülden, aus welcher Richtung Irma immer kommt. Gülden ist plötzlich verschwunden und hat sich auf die Socken gemacht, sie sucht Irma. Ich bleibe am Futterplatz stehen, weil ich heute wirklich keine Lust habe, über die Berge zu laufen. Zudem habe ich dort schon mehrmals nach Irma gesucht und weiß, es ist anstrengend und matschig.

 

Ha-ha, ich höre Gülden nach Irma rufen. Nach fünf Minuten ruft mich Gülden an und meint, ich solle schnell kommen, sie hätte Irma gesehen und ein oder zwei Welpen jaulen gehört. Na, das kann ich ja fast nicht glauben, aber plötzlich setze ich meinen Hintern in Bewegung und renne mit meinem Dosenfutter in die Berglandschaft – und tatsächlich, Irmchen ist da! Na, das ist mal ein Erfolg, Irmchen freut sich auch ganz arg, aber sie merkt, dass wir mehr wollen. Gülden hat eine Ahnung, wo Irmas Welpen sein könnten, denn sie weiß, aus welcher Richtung das Jaulen kam.

 

In der Zwischenzeit füttere ich Irma und Gülden klettert weiter hoch, Gülden ist wie ein Spürhund und voller Energie. Ich bezweifle, dass wir die Welpen zu Gesicht bekommen, die haben bis heute noch keinen Menschen gesehen und es sind halt die Kinder von Irma, wie sollten die sich über unseren Besuch freuen? Irma möchte uns ihre Kinder auch gar nicht zeigen und ich habe das Gefühl, als wollte sie uns zu verstehen geben, dass wir nun wieder abhauen können.

 

Aber Gülden klettert weiter und ich klettere ihr wie ein lahmes Schaf hinterher. Wenn Gülden mich wie eine Tochter beschützt, dann muss ich sie wie meine Mutter beschützen. Ich kann nicht zulassen, dass sie diese akrobatische Kletterei alleine macht, wenn man da ausrutscht, kann man sich ziemlich weh tun. Gülden bleibt plötzlich stehen und schaut weiter hinauf. Nein, denke ich, will sie jetzt da hoch klettern? Plötzlich flüstert Gülden ganz aufgeregt: „Schau, schau Sina, da ist ein Welpe!“ „Wo?“ „Na da – schau mal in die Höhle rein!“ Ahhhhh – ich kann es nicht glauben, wir haben einen Welpen entdeckt und der Welpe hat uns entdeckt. Der Kleine will uns doch tatsächlich wegbellen! Nun muss ich die Führung übernehmen, denn für Gülden ist das zu steil.

 

Irma ist gleich zur Höhle geklettert, um den Kleinen zu beruhigen. Ich kann nur ein Foto machen und wir haben nur einen einzigen Welpen gesehen, ich glaube Irma hat nur ein Kind. Ab heute haben sie auch einen Nachnamen – Irma Flintstone und Familie. Ob es ein Rüde oder ein Mädchen ist, wissen wir nicht, ich tippe auf Bub, Gülden auf Mädchen! Mal sehen.

Nachdem wir uns umgeschaut haben, verstehen wir auch, warum Irma weiß, ob ich am Futterplatz bin oder nicht – na ja, sie muss wohl Adleraugen und Satellitenohren haben. Von ihrer Höhle aus kann sie die ganze Straße beobachten, das ist wie ein Aussichtsturm da oben. Sie ist halt ein Flintstone und hat sich eine sichere Höhle gesucht, um Feinde oder Freunde frühzeitig erkennen zu können. Wir klettern wieder hinunter und freuen uns wirklich über diesen Fortschritt!

 

Die nächste Haltestelle ist die Kanisterstadt. Ich habe ja schon erzählt, das wir dieses Hüttendorf so oder auch „Blechdosen-Siedlung“ nennen, weil es sich um Slumhäuser handelt. Das ist das schlimmste Gebiet, in dem sich ein Hund aufhalten kann, denn da schießen die Leute auf ungewollte Hunde oder vergiften sie. 

Eine total abgemagerte und ängstliche Hündin läuft da herum und muss mit der Falle eingefangen werden. Wir müssen mit den Anwohnern sprechen um herauszufinden, wo sie sich aufhält. Während unserer Recherchen wird uns von den Anwohnern mitgeteilt, dass sich noch ein Streuner dort angesiedelt hat. Es soll ein großer, aber freundlicher Rüde sein.

 

 

In einem Garten sehen wir einen Hund, den wir zuerst nicht identifizieren können, ist das Robinson Crusoe, ein Mopp oder ein Terrier? Wir rufen die Hausbesitzerin, eine nette Frau die wir kennen, denn sie ist tierlieb! Sie hat sich einen Terrier angeschafft und ich kann meine Klappe nicht halten. Gülden schubst mich, aber ich spucke meine Enttäuschung über die Hundehaltung einfach aus. Die Frau entschuldigt sich und versichert uns, dass sie den Hund immer im Haus hat, das kann ich aber nicht glauben, denn nicht mal ich würde so einen verdreckten Hund ins Haus nehmen. Und vor allem: Warum lässt man den Hund so verwahrlosen? Nein – ich habe es Gülden nicht gesagt, aber Ninja Sina muss wohl eine Nacht auf Tour gehen.

 

Aber davor bringt jemand von uns den Hund zu unserem Tierarzt – es ist ein junger Rüde und er muss unbedingt die Standardbehandlung bekommen – inklusive Bad, Haarschnitt, Ohren- und Pfotenpflege. Alles notiert, die nächste Haltestelle ist unser Tierheim.

 

Die Welpen scheinen alle in Ordnung zu sein, wir nehmen Jingle mit und fahren zu mir nach Hause. Diesel schläft und ich packe ihn in eine große Box zu seiner letzten Fahrt. Er schnurrt, denn er weiß Bescheid.

 

In Fethiye angekommen wird Diesel sofort eingeschläfert, nach zwei Sekunden hat er die Regenbogenbrücke erreicht. Dort kann er wieder sehen und hören und ist mit Diesel-Dave vereint. Ich versuche, nicht zu weinen, aber so einfach ist das nicht!

 

Jingle wird untersucht und zwischenzeitlich hat sie auch ein blutiges großes Geschäft gemacht. Aynur nimmt das gleich unters Mikroskop, kann aber keine Giardien feststellen, es ist der gleiche Erreger, der auch unsere Welpen plagt. Aber auch hier: Ausgewachsene Hunde überstehen das, Welpen können daran sterben.

 

Ich muss noch einige Besorgungen in Fethiye machen und dann fahren wir nach Göcek zurück, Jingle bleibt in der Klinik. Aynur möchte uns vier Welpen mitgeben, zwei Welpen sind noch nicht ganz in Ordnung, zwei Welpen sind ja gestorben, Kashmir ist im Tierheim.

 

Diesel haben wir in seine Decke eingewickelt, ich habe Feridun angerufen, wir brauchen ein Grab für Diesel.

 

Für die Welpen kaufen wir noch das beste Welpentrockenfutter, denn es hat keinen Sinn, hier zu sparen.

 

Feridun erwartet uns im Tierheim, wir setzen die vier Welpen in den Einzelhaft-Käfig, denn wir möchten wissen wie sich die Kleinen entwickeln und ob sie noch Durchfall haben. Wir beerdigen Diesel, aber der Tag ist noch nicht vorbei.

 

Gülden ist mal wieder wegen der Stadtverwaltung wütend. Aylin tut alles was in ihrer Macht steht, aber Tatsache ist, in zwei Tagen ist das Trockenfutter alle und die Stadtverwaltung hat noch 20 Säcke, die nicht ausgeliefert wurden. Wir haben die Befürchtung, dass es diese 20 Säcke nicht mehr gibt, denn obwohl man Aylin die Auslieferung zugesichert hat, warten wir immer noch. Gülden und ich gehen spionieren.

 

Irgendjemand erzählt uns, dass die Stadtverwaltung eine Futter- und Wasserstelle für Straßentiere errichtet hat, wir sind neugierig und schauen uns das mal an. UND – oh je, die werden wohl unser Futter benutzen, aber es wurde kein neues für uns bestellt, immer das gleiche Dilemma! Jetzt könnte jemand denken, dass unsere Stadtverwaltung gut zu den Straßentieren ist – nix da, Futterstellen wurden vom Staat vorgeschrieben, nur hat unser Bürgermeister seinen Hintern nie hoch bekommen, um das einzurichten. Was wir auch sehr idiotisch finden: Keiner hat uns um einen Ratschlag gefragt.

 

Und so kommt ein schönes Gestell zustande, was aber nicht wirklich praktisch ist. Dieses Gestell wurde wahrscheinlich von jemandem entwickelt, der keine Ahnung hat, ich nenne das „Turknologie“. Wer soll auf der zweiten Etage essen? Eine Katze müsste Klimmzüge machen um da fressen zu können – aha, vielleicht hat man da an einen großen Hund gedacht oder an Vögel, es ist ein Rätsel. Die Näpfe kann man nicht entfernen, also wird das bald ein Aschenbecher oder Mülleimer werden.

 

Das Futter haben wir aber gefunden, ein Sack wurde zwar aufgemacht, aber der Rest steht noch da und wartet darauf, gefressen zu werden.

 

Was für ein Tag - ich gehe nach Hause und packe lieber wieder Geschirr ein.

 

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