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Am nächsten Tag erhielten wir ein Anruf, dass der Pointer noch lebte. Wir waren so froh! Da die Hündin nicht mehr ins Tierheim zurück konnte, überlegte ich schon, ob sie nicht durch unseren Verein vermittelt werden konnte. Inzwischen hatte ich ihr den Namen ‚Spottie’ gegeben. Wir mussten zurück nach Amsterdam fliegen und Spottie konnte nicht mit uns mit.

Wieder in den Niederlanden hörten wir von Tuana, dass es Spottie noch nicht so gut ging. Inzwischen hatte ich mit dem TSV AAI gesprochen, ob wir für die Hündin nicht ein Zuhause finden konnten.

Ein paar Tage später horte ich von Tuana, dass Spottie inzwischen bei ihr zu Hause und auf dem Weg der Besserung war. Es musste ihr gut zugefüttert werden, da sie sehr mager war. Ich hatte beschlossen, Spottie als Pflegehund aufzunehmen. Diesen Entschluss hatte ich zwar mal so eben schnell gefasst, aber meistens bleiben meine Pflegehunde bei mir… Nein! Spottie würde ich sicher vermitteln!

Zwei Wochen später konnte Spottie kommen. Ich hatte sie noch nie so aktiv gesehen. Sie war auch ganz auf Tuana fixiert. Und sie war noch sooo mager!! Unglaublich! Am Flughafen in Amsterdam lief sie fröhlich an der Leine mit. Zuhause angekommen machte sie Bekanntschaft mit unseren anderen Hunden und nach ausgiebigem Geschnüffel und ein bisschen Zähnezeigen war alles in Ordnung.

Spottie lebte sich schnell ein, nur das Essen… Noch nie hab ich einen Hund so schnell fressen sehen. Total ausgehungert. Wenn ihr eigener Napf leer war stürzte sie sich auf die Fressnäpfe der anderen Hunde, die ganz perplex guckten. Die dachten sich: Lass sie mal, sie muss sich noch eingewöhnen. Und die süße Schnute konnte knurren, wenn wir zu nahe an den Fressnapf kamen oder wenn man nur mal auf ihre Schlafdecke trat! Die ersten paar Wochen haben wir sie in Ruhe gelassen, danach haben wir sie gelehrt, dass sie bei uns immer etwas zu Essen bekommt und dass wir den Napf auch mal wegnehmen können. Aber sie bleibt eine Persönlichkeit mit Haaren auf den Zähnen.

Ihre Kondition war auch noch nicht ganz in Ordnung. Aber mit ein bisschen Training haben wir inzwischen einen sehr athletischen Hund, der schon mal eine Stunde mit läuft. Auch im Wald genießt sie es unendlich. Regelmäßig höre ich dann drei mal ‚Plop’. Dann sind die drei Hunde ins Wasser gesprungen und schwimmen den Enten hinterher. Nach einer Weile kommen sie total erschöpft aus dem Wasser (ohne Enten ein Glück). Oder Mäuseausgraben – auch eine beliebte Beschäftigung unserer drei. Dann sehe ich nur noch drei kleine Hinterteile und drei aufgeregt wedelnde Schwänzchen. Ja, sie ist ein richtig fröhlicher Hund, der gerne überall dabei ist.

Oh ja, sie sollte vermittelt werden. Naja, Sie verstehen natürlich… Spottie hat inzwischen einen Platz in meinem Herzen erobert. Nachdem ich meinen Mann weich geklopft hatte, der zwei Hunde eigentlich genug fand, bleibt Spottie bei uns.


Karin Heymen

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