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spottie

Petra und ich flogen am 6. Dezember 2005 nach Istanbul, um einen Transport von Hunden, die ein Zuhause in den Niederlanden und in Deutschland gefunden hatten, zu begleiten. Es war das erste Mal, dass ich ein ausländisches Tierheim besuchte. Es war mitten in der Nacht, als wir in Istanbul ankamen. Trotzdem wurden wir von Tuana, einer Helferin im Tierheim, am Flughafen empfangen. Da ich seit 2001 selber einen Hund aus Istanbul hatte, war ich natürlich sehr gespannt, das Tierheim zu sehen, aus dem mein Jesse kam.

Am nächsten Morgen fuhren wir erst noch zu einem anderen Tierheim, Ömerli. Tuana probiert dort, einige Verbesserung durchzuführen. Von außen machte das Tierheim einen guten Eindruck und auch drinnen war es eigentlich ganz in Ordnung. Die Hunde saßen in gekachelten Zwingern mit Holzpaletten, auf denen sie liegen konnten. Leider konnten die Hunde von ihrem Zwinger aus nicht nach draußen.

Petra war inzwischen schon in einen großen Zwinger gegangen, um dort eine Runde ‚Hunde-Streicheln’ zu starten. Ich machte einige Fotos von einem Pointer und ging dann auch in den Zwinger, um ihn zu streicheln. Der Pointer kam auf mich zugelaufen und auf dem Platz, wo er gelegen hatte, war eine große Blutlache. Sie leckte das Blut auf und kam auf uns zu. Sie blutete immer heftiger. Man konnte auch gut sehen, dass sie gerade Welpen gehabt hatte, von denen jedoch keine Spur zu entdecken war. Ich fragte Tuana, ob wir nicht mit der Hündin zum Tierarzt gehen konnten? Sie informierte, was mit ihr passiert war. Sie war wohl vor zehn Tagen sterilisiert worden, wahrscheinlich eher von einem Fleischer als von einem Tierarzt…. Dieser so genannte Tierarzt war in den Urlaub gefahren, ohne eine Vertretung zu regeln. Die Hündin war deutlich in schlechtem Zustand und wollte nur aus dem Zwinger heraus…

Wir brachten sie zum Auto und legten sie vorsichtig auf die Rückbank. Ich setzte mich dazu und sah, dass sie immer heftiger blutete und das Blut immer wieder aufleckte. Nach einer halben Stunde (Istanbul ist groß) kamen wir glücklicherweise an.

Sie wurde gleich untersucht und hatte bereits erste Anzeichen eines Schocks. Der Tierarzt kam nach einer Blutuntersuchung zu dem Ergebnis, dass die Hündin sofort operiert werden musste und auch eine Bluttransfusion benötigte. Auch während der Untersuchungen blutete sie immer weiter… Tuana rief im Tierheim an und innerhalb von 30 Minuten wurde ein Hund gebracht, der als Blutspender diente … Der Pointer war inzwischen im Operationssaal und wir warteten draußen bei der hundertsten Tasse Kaffee…

Schließlich kam der Tierarzt und teile uns mit, dass es nicht gut ging. Sie hatte Blut gespuckt, was bedeutete, dass die inneren Organe betroffen waren. Er dachte an eine Vergiftung. Wir erzählten ihm, dass sie das Blut immer wieder aufgeleckt hatte. Das war ein wichtiger Hinweis für ihn. Nach einer Weile durften wir sie sehen. Sie war ganz mit Handtüchern und einer Wärmflasche bedeckt. Auf einmal begann sie zu zucken. Oh Gott! Sie wird doch jetzt nicht sterben..!! Sie bekam schnell eine Spritze und wurde danach etwas ruhiger.

Als sie aus der Narkose erwachte, konnte sie glücklicherweise auch stehen. Wir freuten uns schon: Ja, sie überlebt! Tuana ernüchterte uns gleich: Sie hatte es schon öfter erlebt, dass ein Hund am nächsten Morgen doch noch gestorben sei, auch wenn man am Vortag dachte, dass es gut mit ihm ging. Die Tierärzte in der Türkei sind nicht so erfahren wie z.B. in den Niederlanden. Mit gemischten Gefühlen ließen wir die Hündin dort zurück. Die ganze Zeit dachte ich an sie und fragte mich, ob sie es schaffen würde.

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