Tierheim SPARE
Kairo, Ägypten
Anzahl Hunde: ± 120
Anzahl Katzen: ± 60
Kairo, Ägypten
Anzahl Hunde: ± 120
Anzahl Katzen: ± 60
Im März 2005 flogen wir nach Ägypten in den Urlaub und als Mitglied des Tierschutzvereins AAI war ich gespannt, ob es dort auch Tierschutzvereine gab. So kam ich mit dem Verein SPARE in Kairo (Society for the Protection of Animal Rights Egypt) in Kontakt und da wir doch über Kairo zurückflogen, wollte AAI einen Hund aus diesem Tierheim vermitteln. Auch wenn es nur um einen Hund ging, das Tierheim war sehr froh über die ausländische Hilfe und das Interesse an ihrer Arbeit. In einem Land, in dem der durchschnittliche Tageslohn € 1,50 beträgt, haben die Menschen andere Dinge am Kopf als sich um Tiere zu sorgen.
Das Tierheim liegt ein ganzes Stück außerhalb der Stadt, in Gizeh, in der Nähe der Pyramiden. Es sah alles gepflegt aus, etwa 50 Hunde, jeweils zwei in einem Zwinger, und ein Innenplatz zum Spielen. Außer dem Auffangen von Hunden bietet SPARE kostenlose medizinische Hilfe für Pferde und Esel an, da Brooks Hospital nur in Kairo aktiv ist. Kairo ist, nach Mexiko City, die größte Stadt der Welt mit einer Bevölkerung von 20 Millionen Menschen. Auch in der Stadt selber gibt es hier und da verlassene Gebiete, in denen Hunde aufgefangen werden. SPARE-Helfer geben den Wächtern Geld, in der Hoffnung, dass sie aufpassen, wenn die Gemeinde wieder einmal Hunde erschießt oder vergiftet.
Der Hund, den wir mitnehmen würden, hieß Fulla. SPARE hatte keine Boxen, daher sollte Fulla in einem großen eisernen Käfig reisen, in dem man ein Löwen hätte transportieren konnte! Die ägyptische Fluggesellschaft hatte Mona Khalil, unsere Kontaktperson im Tierheim, informiert, dass Fulla kostenlos mit uns reisen durfte. In Ägypten darf eigentlich niemand, der keinen Flugschein hat, ins Flughafengebäude. Das bedeutete, dass der Fahrer, der Fulla zum Flugfeld bringen sollte, draußen bleiben musste. Ich machte mir daher schon ein bisschen Sorgen, wie das alles ablaufen würde.
Um 1.15 Uhr nachts holte uns der Bus am Hotel ab. Mohammed war zeitig da und sollte hinter dem Bus her fahren. Ich hatte mit Mona abgesprochen, dass Fulla eine Beruhigungstablette bekommen sollte, aber wie Mohammed uns erzählte, hatte sie keine erhalten. „Kaum zu glauben“, dachte ich. Sie saß so ruhig und entspannt in ihrem Käfig, der an drei Seiten mit einem Laken abgedeckt war. Ich hatte unseren ägyptischen Reiseleiter Mahmoud informiert, dass ein Hund mit zurückreisen würde. Mahmoud hatte nämlich als Reiseleiter einen Spezialpass, mit dem er in das Flughafengebäude hineinkonnte. Mahmoud war ein wenig überrascht, packte danach jedoch tatkräftig mit an. Er kontrollierte die Papiere und sorgte dafür, dass Fulla gut an den Röntgenmaschinen vorbei kam. Bis zu diesem Punkt durfte Mahmoud mit, hier wurden unsere Reisepässe und unsere Koffer kontrolliert.
Zum Einchecken hatten wir uns absichtlich ganz hinten angestellt. Mahmoud war inzwischen schon eifrig am Reden mit dem Mitarbeitern der Fluggesellschaft. Sie wollten eine Kopie von Fullas Reisepapieren und extra Kopien hatte ich nicht. Mahmoud gab jemanden ein paar ägyptische Pfund und schickte ihn zum kopieren. „Wer hat Dir gesagt, dass der Hund umsonst mitfliegen darf?“ fragte er mich. Oh mein Gott, jetzt fängt der Ärger an, dachte ich. Dieser Herr Amr, der das gesagt hatte, ist sicher nicht da. Mahmoud trug mir auf, alles in Englisch aufzuschreiben, was abgesprochen war. Ich schrieb alles schnell auf, unterstrich ganz fett das Wort „kostenlos“ und dankte zum Schluss der Fluggesellschaft ganz herzlich für ihre Mitarbeit (immer freundlich bleiben!). Mahmoud übersetzte das Ganze dann ins Arabische.
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