filos

Corfu okt.2007 (324) (Medium)

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Sonntagmorgen am 7. Oktober 2007 auf Korfu. Wir machen einen Ausflug in den Süden der Insel. Frank will erst noch Geld ziehen. Ich denke, dass wir sofort los können, Geld ist genug da. Aber dann doch eben in Gouvia angehalten. Zehn Minuten später fahren wir weiter auf der belebten Straße Richtung Kerkyra, der Hauptstadt. Schau mal, da überquert plötzlich ein schwarzes Kätzchen den parallel verlaufenden Weg. Am Bordstein, der den Parallelweg von der Hauptstrasse trennt, bleibt es stehen. Und schon sind wir dran vorbei. Kätzchen? Ist das wirklich ein Kätzchen? „Nee, oder?", sage ich zu Frank. „Das ist ein Welpe. STOOOOPPPP!" Frank flitzt 100 Meter weiter den auf den Parallelweg hinauf und fährt rückwärts zurück. Da sehe ich das winzige Hündchen sitzen. Ich springe aus dem Auto und hebe das schwarze Bündelchen auf. Oh je, was für ein kleines Kerlchen. Aber was jetzt?

Ich laufe die Kante des Weges entlang. Irgendwo muss doch die Hundemutter sein? Ich gucke und gucke, aber es ist keine Hündin zu erkennen. Ich beschließe, den Welpen mitzunehmen. „Wir fahren zu Louisa", beauftrage ich Frank. Wir fahren los. Unterwegs kommen mir Zweifel. Habe ich nun zu Recht ein Hündchen gerettet oder habe ich ein Hündchen gekidnappt und kommt da bald jemand, der diesen kleinen Rüden suchen wird? Oder ist die Hundemutter zurückgekommen und vermisst jetzt ihren dreikäsehoch??? Dies ist das erste Mal, dass ich buchstäblich einen Welpen von der Straße abpflücke. Er wäre höchstwahrscheinlich überfahren worden sein, wenn ich ihn nicht mitgenommen hätte.

Ich rufe Louisa an. „Louisa, wir haben eine Welpen gefunden, wir kommen jetzt zu dir." „Großartig", antwortet Louisa trocken. Louisa wohnt schon einige Jahre auf Korfu und nimmt privat Hunde auf, die durch den AAI dorthin umgesiedelt werden. Wir haben vier Tage zuvor schon bei ihr vorbeigeschaut. 15 Hunde hat sie jetzt inklusive ihrer eigenen Hunde. Inzwischen sind zwei abgereist und vier hinzugekommen. Das schwarze Tröpfchen ist Nummer fünf.... Ich fühle mich einigermaßen bedrückt. Glücklicherweise hatte ich Louisa schon eine Spende von Wereldpootjes zugesagt.

Ich nenne ihn „Filos", nach dem griechischen Hund eines Kollegen, was „Freund" im Griechischen bedeutet. Philos trinkt mit Appetit den Napf Welpenmilch aus und hinterlässt ein perfektes Köttelchen. Er scheint gesund zu sein. Aber Louisa hält ihn sicherheitshalber getrennt von den andern Welpen, bis er seine Impfungen bekommen hat. Der Tierarzt schätzt, dass er ungefähr sechs Wochen alt ist.

Wir gehen mit Louisa und ihrer Freundin essen. Tschüß, kleiner Filos. Ich hoffe, dass ich ein gutes Werk getan habe und dass er ganz schnell ein liebevolles Herrchen finden wird.

Petra Poorter en Frank Bouwens

Nachtrag: Unser Wunsch ging schnell in Erfüllung. Eine Familie aus Sint Michielgestel hat sich aus dem Stand verliebt, als sie die Fotos von Filos auf der Website der AAi-Stiftung sah. Filos kam Ende Oktober mit dem letzten Charterflug der Saison nach Holland. Nun ist er schwer mit seinem Einbürgerungkurs beschäftigt, wobei ihm Poldo, die Heidewachtel, als gutes Vorbild dient.

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